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Bereits zweimal war das Jahnstadion Bottrop Schauplatz des Mondschein-Cups. 2007 und 2008  veranstaltete das integrative Netzwerk FUBA-NET (Fußball unter besonderen Aspekten – Netzwerk) das Goalball-Event, bei dem sich jeweils die Nationalmannschaften aus den Niederlanden und Deutschland in einem Show-Case gegenüberstanden. Auf einem grünen Teppich im Bottroper Mondschein und von Schwarzlicht beleuchtet fand 2007 weltweit zum ersten Mal eine Partie unter freiem Himmel statt. Dass beim Länderspiel 2007 am Ende die Gastgeber mit 14:11 und 2008 mit 15:6 die Nase vorn hatte, war nur eine Randnotiz, denn die Weltpremiere im Open-Air-Goalball beeindruckte durch den integrativen Charakter. Knut Kursawe, der ehemalige Bundestrainer des deutschen Teams, zeigte sich damals fasziniert. “Ich bin richtig begeistert,denn die Idee des Gesamtkonzeptes ist perfekt. Unsere Sportart erlebt nie eine solch atemberaubende Atmosphäre und selten so viele Zuschauer. Dass dann noch sehende Sportler in die Veranstaltung integriert werden, um mit verbundenen Augen zu erfahren, was Goalball wirklich bedeutet, ist einzigartig und bereichernd für das Miteinander.”

Das Miteinander im Goalball hatte in beiden Jahren Rang und Namen, denn nach dem Länderkampf erprobten sich in ebdien Jahren unter Anleitung und mit Moderation der Profis auch sehende Sportler aus anderen Disziplinen. Die Basketballer der Schalke Baskets forderten 2007 die Handballer des Regionalligisten VfL Gladbeck heraus bevor die weiblichen Judoka des Bottroper JC66 sich mit den Volleyballerinnen des VC90 Bottrop verglichen und neue Erkenntnisse gewannen: “Es war für uns eine einzigartige Erfahrung. Es sieht sehr leicht aus, wenn man nur zuschaut, aber wenn man sich dann selber erprobt und gänzlich auf sein Gehör verlassen muss, ist man in einer völlig anderen Welt,” befand Nicole Koppenborg vom JC66. Als absolute Bereicherung empfand 2008 der Kapitän der Bottroper Entsorgungsbetriebe den Auftritt seines Teams gegen die Betriebssportmannschaft der Stadtverwaltung: „Das hat einen ungeheuren Spaß gemacht und die Augen für die enorme Leistung der Blinden geöffnet“, konstatierte Wolfgang Deden, dessen Team knapp mit 6:8 gegen die kommunale Verwaltung den Kürzeren zog.

2014 wird sich nach der Demonstration durch die “Profis” aus vier Nationen eine Bottoper Stadtauswahl mit einer Promi-Mannschaft aus dem Ruhrgebiet messen und um Nachahmung werben. Ziel des ELE Mondschein-Cups 2014 ist schließlich die Anbahnung von regelmäßigem Goalball-Sport in Bottrop. “Einen Verein oder eine Gruppe zu finden, die Goalball als Chance versteht, neue Wege zu gehen, sich den Mondschein-Cup mit unserer Unterstützung zu eigen zu machen und vor allem sehbehinderte und sehende Menschen im Sinne von Inklusion über den Sport zusammenführt, ist unsere erklärte Absicht,” betont Harald Lubina vom Veranstalter FSB.