Siegerehrung_Schweden

Die Goalball-Nationalmannschaft Schwedens hat am Samstagabend den ELE Mondschein-Cup 2014 gewonnen. Mit einem überraschend deutlichen 11:1 ließ das Drei-Kronen-Team (Foto mit Harald Lubina vom Veranstalter FSB, links und Dr. Berd Brunsbach vom Hauptsponsor ELE, 2.v.r.) der deutschen Auswahl im Finale keine Chance und unterstrich so eine souveräne Turnierleistung mit fünf Siegen in fünf Spielen. Bereits in der Vorrunde hatte die deutsche Nationalmannschaft mit 10:3 gegen die Skandinavier das Nachsehen, die auch gegen Belgien mit 7:1 und Dänemark in der Vorrunde mit 10:5 und im Halbfinale mit 10:0 mehr als überzeugten. (alle Ergebnisse…)

Schweden_Vorrunde Halbfinale_DEN-SWE Halbfinale_BEL-GER_zuschnitt Halbfinale_BEL-GER

Vor allem in der Defensive war die schwedische Auswahl außerordentlich stark und beeindruckte nach vorne mit Dynamik und hohem Tempo. Trainer Florim Seremeti zeigte sich folgerichtig sehr zufrieden: „Der ELE Mondschein-Cup ist knapp drei Wochen vor der B-EM in Ungarn trotz der untypischen Bedingungen ein wichtiger Bestandteil unserer Vorbereitungen, weil mit Deutschland und Belgien zwei vermeintlich stärkere Teams am Start waren. Wir haben die Antwort auf dem Platz gegeben. Die EM kann kommen.“

Dänemarks Head-Coach Stanis Elsborg, der mit seiner Truppe ebenso wie Schweden in Ungarn antreten wird, gab sich im Verhältnis zum skandinavischen Bruderland gelassener: “Die Schweden nehmen das ganz schön ernst hier. Wir bleiben da lockerer und versuchen junge Spieler  aufzubauen, die Spaß an dem Sport haben.” Belgiens Nationaltrainer Jean-Claude Meulemans trat zwar nur in einer Notbesetzung an, war aber bestrebt seinem Stamm-Team eine andere Wettkampfpraxis zu bieten: “Wir waren von der Open-Air Idee sehr angetan und haben spontan zugesagt. Wir wollten das unbedingt einmal testen, weil wir von dem Event in der Szene schon einiges gehört hatten.  Leider konnten wir nicht in Bestbesetzung antreten, sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen. Für uns hat die Saison nun begonnen.”

Der deutsche Chef-Coach Johannes Günther wusste das Abschneiden seines Teams zu relativieren und verwies auf den Event-Charakters des Turniers: „Wir haben ebenso wie Belgien seit der A-WM im Juli keine Spiele mehr bestritten. Die Schweden sind dagegen aktuell sehr gut eingespielt, haben sich zudem gezielt verstärkt, indem sie zwei erfahrene Spieler für die Außenpositionen reaktiviert haben. Dies hat heute den Ausschlag gegeben, denn so konnte der sehr starke Center Fatmir Seremeti noch effizienter punkten. Der ELE Mondschein-Cup ist für alle Beteiligten etwas ganz Besonderes. Die Open-Air Atmosphäre und das Rahmenprogramm ist für die Spieler ein tolles Erlebnis, bei dem der Spaß an unserer Sportart noch mehr im Vordergrund steht. Aber gewonnen hätten wir natürlich schon sehr gerne.“

Halbfinale_BEL-GER_02 Sterna_Kids_MS-Cup2014 Siegerehrung_Reno EInlagespiel_Teamvorstellung

Im Gegensatz zu früheren Auflagen des Events genügte der PVC-Untergrund nun den internationalen Anforderungen, so dass erstmals ein 4-Nationenturnier im Mittelpunkt des ELE Mondschein-Cups stand. Auf die fehlenden Resonanzen eines geschlossenen Raumes konnten sich die Spieler ebenso gut einstellen wie die deutlich häufigeren Unterbrechungen durch die Schiedsrichter infolge von Fluglärm, Handyklingeln oder zu lauten Gesprächen im Publikum. Lediglich ein kurzer Regenschauer stellte die Organisatoren auf eine harte Probe, da die notwenige Trockenlegung des Bodens den Zeitplan und die Sperrfrist des Gesamtevents kurzeitig gefährdete. Anpassungen im Rahmenprogramm und die Improvisationsfähigkeiten von Moderator Thorsten Sterna, der kurzerhand Kinder aus dem Publikum zur Erprobung von Klingelball und Dunkelbrille ermunterte, brachte alles ins Lot.

Weniger im Lot war für manchen unerfahrenen, weil sehenden Probanden dann die Welt im Goalball-Einlagespiel, indem sich die städtische Auswahl der Botballs United angeführt von Oberbürgermeister Bernd Tischler und die Fußball-Prominenz des Teams SPORTYves rund um Yves Eigenrauch gegenüber standen. Mit 6:2 wussten die Bottroper Schmidt, Radetzki, Scheidgen, Kießlich, Lewald und Tischler die Fußballer Eigenrauch, Bockholt, Bongartz, Ata und Buschmann in den Schatten zu stellen. Viel wesentlicher war jedoch der bleibende Einduck des ersten blinden Ballspiels, der allen die einzigartige Leistung der Athleten mit Sehbehinderung buchstäblich vor Augen führte. Schirmherr und Oberbürgermeister bernd Tischler brachte es auf den Punkt: „Es ist tief beindruckend, was die professionellen Goalballspieler auf dem Platz leisten. Dies kann man erst dann wirklich nachfühlen, wenn manselber einmal die Wucht des Balls mit verbundenen Augen und der schleichend einsetzenden Orientierungslosigkeit spürt. Es wäregroßartig, wenn dieses spezielle Erfahrungsfeld der Sinne mit dem ELE Mondschein-Cup in unserer Stadt weiter angeboten wird, denn das Event hat im Sinne von Inklusion unbestritten mehr Aufmerksamkeit und Zuschauerzuspruch in der Zukunft verdient.“